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Ohne Motorengeheul fehlt etwas
E-Bikes als stille Attraktion – heimische Fahrer mit guten Leistungen
Lampenfieber begleitete die drei Locals Phillippe Vollenweider, Pascal Müller und Roger Böni bei ihrem Einsatz am Benefiz-Cross am Wochenende in Hauptikon. Entsprechend turbulent liefen die Rennen ab. Exotisch muteten dagegen die Elektromotorräder an.
Der letzte Lauf des zweiten Benefiz-Cross startet in wenigen Sekunden. Doch es ist kein Motorengeheul zu hören und es steigt auch kein blauer Dunst beim Startgatter auf. Die Stimme von Speaker Hans Jucker ist glasklar zu hören. «Laufen die Dinger schon?», fragt ein Zuschauer in die Runde und erntet Gelächter. «Man müsste den Motorensound über die Lautsprecher abspielen», frotzelt ein anderer. Dann geht’s los: Mit leisem Surren schiessen die 22 Fahrer auf die erste Kurve zu. Das Tempo ist vergleichbar mit dem der herkömmlich motorisierten Crossfahrer und auch die Fahrdynamik. Doch weil die E-Bikes fast lautlos sind, wirkt das Ganze irgendwie harmlos. Jedenfalls weit weniger respekteinflössend, wie wenn die Horde Benzinmotorisierter auf der Runde jagt.
Das ist langweilig und dennoch faszinierend. Das Gros des Publikums ist sich aber einig. Das Kreischen der Motoren gehört zum Motocross – ohne fehlt etwas. Bedauerlich zudem, dass ausgerechnet den beiden souverän Führenden auf der letzten Runde der Strom ausgeht und so das Tessiner Brüderpaar Matteo und Riccardo De Sandre in dieser Reihenfolge die ersten beiden Plätze erbten.
Zahlreiche Facetten
Die E-Bikes waren aber nur eine Facette eines reichhaltigen Motorsport-Wochenendes mit zahlreichen Kategorien, die Fahrern jeder Altersgruppe eine Startgelegenheit bot. Auch drei junge Oberämtler nutzten die Möglichkeit, sich vor eigenem Publikum im besten Licht zu präsentieren. Am erfolgreichsten war erwartungsgemäss Lizenzfahrer Phillippe Vollenweider. Der 16-jährige Rifferswiler, letztes Jahr Gesamtsieger der MXRS-Serie, klassierte sich hinter namhaften «Inter»-Fahrern (höchste Kategorie) im achtbaren fünften Platz. «Natürlich hatte ich insgeheim mit einem Podestplatz geliebäugelt. Aber mehr lag diesmal einfach nicht drin», sagte Vollenweider und nannte diverse Stürze als Gründe. Es sei vor eigenem Publikum etwas nervöser gewesen. Dennoch habe er sich während der Läufe gut konzentrieren können. Seit er in der Lehre sei, sei der Druck jedoch gewachsen. Er habe jetzt nicht mehr so viel Freizeit. Das wirke sich auch auf den Sport aus.
Sturz beendete Siegambitionen
Mit Siegambitionen war auch Pascal Müller aus Kappel ins Rennen der Lizenzierten gegangen. Doch ein heftiger Sturz bereits im ersten Lauf beendete den Wettkampftag jäh. Müller hatte sich bei hohem Tempo mit einem Mitstreiter verhakt, gemeinsam sind sie auf einen Dritten aufgefahren und zu Fall gekommen. «Das gehört zum Sport», sagte der 23-Jährige enttäuscht. Mit Schmerzmitteln stieg er am Sonntag wieder in den Sattel. «So konnte ich natürlich nicht mit Vollgas fahren. Alles tat mir weh», so Müller, der auch im OK mitgearbeitet hat.
Gar sein erstes Rennen bestritt Roger Böni. Der Hauptiker schlug sich achtbar und landete mitten im Feld der 24 lizenzfreien Open-Fahrer und zwei –Fahrerinnen. «Ein tolles Erlebnis!», schwärmte der 19-jährige Mechaniker. Er liebe es mit dem Motorrad durch die Gegend zu brausen. «Vor dem ersten Start war ich sehr nervös. Aber dann ist es mit jedem Durchgang besser gegangen.» Es sei allerdings ziemlich anstrengend gewesen. Ob er wieder einmal an einem Motocross teilnehme, liess Böni offen.
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